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Lernortnetzwerk

Aufgrund der regionalen Unterschiedlichkeit der Arbeitsmärkte, der Wirtschaftskraft, des Innovationspotenzials etc. lässt sich ein stärkerer Trend zur Regionalisierung auch im Bereich von Bildung und Qualifizierung nachzeichnen. Die Wettbewerbsfähigkeit einer Region hängt nicht zuletzt von der Kooperation der in ihr befindlichen Akteure ab, wobei Wissen und vorhandene Qualifikationen eine Schlüsselrolle einnehmen. Regionale Aus- und Weiterbildung wird daher zu einem Standortfaktor, die Bereitstellung bedarfsgerechter Angebote stützt nachhaltig die wirtschaftlichen und sozialen Erneuerungsprozesse. Das Agieren berufsbildender Schulen in Netzwerken ist auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit. den Betrieben sowie den regionalen Trägern von Aus- und Weiterbildung, darunter insbesondere auch den überbetrieblichen Ausbildungsstätten angelegt, um den Auslastungs- und Nutzungsgrad der jeweiligen Einrichtung in der Region zu erhöhen, Synergieeffekte zu erzielen und unnötige Doppelinvestitionen zu vermeiden.

 

Die private Berufsschule kann dabei auf bereits bestehende Kooperationsbeziehungen des Schulträgers mit anderen Institutionen zurückgreifen. Auf dieser Basis entstehen vielfältige neue Kooperationsbeziehungen und -möglichkeiten, die auch als Berufsbildungsnetzwerke umschrieben werden können. Diese beinhalten u. a.

  • den Austausch von Ressourcen wie Wissen, Sachmittel oder Personal,
  • Kooperation zur Optimierung der regionalen Entwicklung bzw. des regionalen Aus- und Weiterbildungsangebotes,
  • formale und informelle Beziehungssysteme zur Förderung der Umsetzung von Projekten sowie
  • Informations-(technische) Beziehungen.

 

Nach dem neuen inzwischen eingeführten Lernkonzept wird der Unterricht nicht mehr in traditionellen Fächern organisiert, sondern in Form von Lernfeldern vorstrukturiert, die aus Handlungsfeldern (Tätigkeitsfeldern) abgeleitet werden. Auf diese Weise entstehen ein fachübergreifender Lehrplan und eine handlungssystematische ersetzt die bisherige fachsystematische Struktur. Die damit eingeleitete partielle Abkehr vom Fächerprinzip des berufsbildenden Unterrichts stellt die Lehrkräfte vor die Aufgabe, wieder einen stärkeren Zusammenhang zwischen Lernen und Arbeiten (”Arbeitsprozessorientierung”) bzw. ganzheitliches Lernen in den Berufsschulen zu fördern.


Als Lehrkräfte werden Lehrer eingesetzt, die nicht nur mit neuen Techniken umgehen können, sondern ihre fachliche Spezialisierung auch in einen komplexeren Arbeits- und Dienstleistungsprozess einzuordnen wissen. Die notwendige Erweiterung der fachlichen Kompetenzen wird insoweit durch den Bedarf an hoher Systemkompetenz ergänzt.


Neben der Umsetzung des Lehrplaninhaltes sind die Vermittlung spezifischer Zusatzqualifikationen und die Deckung eines kontinuierlichen Weiterbildungsbedarfs Schwerpunkte in der Tätigkeit der privaten Berufsschule in Pritzwalk. Der Bedarf an neuen und erweiterten Qualifikationen soll im Rahmen einer verstärkten Kooperation der Lernorte von unterschiedlichsten Anbietern (siehe Blockbild im Anhang) realisiert werden. Diese Kooperation reicht von der Koordination eines Nebeneinanders bis zum curricular abgestimmten Zusammenwirken zwischen den Lernorten, sie kann bezogen auf Inhalte, Ziele und Organisation eine unterschiedliche Intensität besitzen.


Die Lernorte Betrieb (einschl. ergänzender überbetrieblicher Ausbildung der Bildungsgesellschaft mbH Pritzwalk) und Berufsschule sollen miteinander kooperieren, um den Ausbildungserfolg zu gewährleisten.


In der Aus- und Weiterbildung sind als neue Organisationsmodelle Bildungsnetzwerke unterschiedlichster Partner noch stärker erforderlich, in denen Betriebe, Schulen, Überbetriebliche Ausbildungsstätten, Fachhochschulen, Hochschulen und Weiterbildungseinrichtungen gleichermaßen Aufgaben der Aus- und Weiterbildung übernehmen, aber auch Beiträge für Produkt- und Prozessinnovationen leisten.


Die zunehmenden unschärferen Trennlinien zwischen Aus- und Weiterbildung, neue Qualifikations- und neue Anforderungen an die betriebliche Arbeitsorganisation erfordern über diese Empfehlung hinaus nunmehr die Einbeziehung weiterer Partner im Berufsbildungsnetzwerk.


Die Ausbildung ergänzende Zusatzqualifikationen ermöglichen nicht nur differenzierte Ausprägungen der Beschulung vor Ort. Sie enthalten auch Weiterbildungselemente und werden so entwickelt, ausgestaltet und bescheinigt, dass sie in beruflicher Weiterbildung berücksichtigt und gegebenenfalls auch als Teil von Weiterbildungsgängen und -prüfungen angerechnet werden können.


Die in den letzten Jahren vorgenommene Verlagerung von Entscheidungen auf die Schule kommt der Spezifik der zu gründenden Schule mit einer Stärkung der Autonomie der Schule und Öffnung gegenüber den besonderen Bedingungen vor Ort sehr entgegen.


Die Verlagerung der Lernorte und neue Kooperationsformen mit außerschulischen Lernorten, vor allem um praxis- und anwendungsorientierte Phasen in die Ausbildung zu integrieren, ist ebenfalls berücksichtigt und wird im Zusammenspiel der Berufsschule mit der Bildungsgesellschaft mbH Pritzwalk realisiert.